Der grosse Lauschangriff

November 28, 2007

Die Diskussion um den “Bundestrojaner” schwelt schon Monate, in den letzten Wochen ist sie durch die Entscheidung unserer Staatsführung (aus der Historie bietet sich StaFü als Abkürzung an) nochmal angefacht worden. Nun dürfen also Verbindungsdaten, E-Mails, Telefonate “auf Verdacht” abgehört werden und Daten auf Vorrat gespeichert werden. Wie auch immer sich ein solcher Verdacht zusammensetzen mag, das steht in den Sternen….

Deutschland hat schon bei der Umsetzung der Europäischen Datenschutzrichtlinie erst dann reagiert, als die EU die ausgebliebene Umsetzung in Länderrecht mit hohen Strafen zu ahnden drohte… und daraus ein Bundesdatenschutzgesetz gebaut, das an Unlesbarkeit, Öffnungsklauseln und Unstimmigkeiten selbst im bundesdeutschen Gesetzesdschungel seinesgleichen sucht. Zwei Dinge aber hat man klar formuliert:

§3a BDSG schreibt die Datenvermeidung und Datensparsamkeit vor, postuliert also die Verpflichtung, so wenig Daten wie eben möglich zu erheben. Da passt eine Vorratsdatenspeicherung überhaupt nicht ins Konzept…

§4 BDSG definiert die Zulässigkeit der Datenerhebung von personenbezogenen Daten (und Verbindungsdaten gleich welcher Form zählen unzweifelhaft dazu), §28 die Zulässigkeit der Nutzung personenbezogener Daten inkl. deren Zweckbindung. Gerade letzterer Paragraph lässt keinen Spielraum, Verbindungdaten anders als zum definierten Zweck (nämlich der Abrechnung) zu nutzen.

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Die Wahrheit über Klingeltöne

November 27, 2007

Schon mal drüber nachgedacht? Wir Windows Mobile-Enthusiasten diskutieren Stunden und Stunden über die Möglichkeit, Klingeltöne zuzuweisen, die richtigen Formate auszuwählen und fertig zu stellen. Wie gross war die Freude, als endlich auch Klingeltöne auf der Speicherkarte (und nicht nur in \Windows\Rings) funktionierten, und wir alle haben uns stante pede an unseren Nero Wave Editor oder ein anderes geeignetes Programm gesetzt, die Lieblings-MP3s genommen und auf eine akzeptable Länge geschnitten. Dann geht man die Kontakte durch und überlegt sich, wer wann wo wie welchen Klingelton bekommt, weist den ungeliebten Anrufern Klingeltöne wie “Schrei nach Liebe” von den Toten Hosen zu (was bei Umstehenden für gelinde Verwirrung sorgt, wenn “Oh, oh, oh, Arschloch!” ertönt :-D ) und ruft sich dauernd selbst an, um zu kontrollieren, ob der Klingelton auch zum Anrufer passt.

So auch ich…. im Zuge der iPhone-Einrichtung hatte ich mir “Little Wonders” von Rob Thomas ausgesucht und geschnitten, und das als Standardklingelton natürlich auch auf meine WM-Geräte gepackt. Heute im auto sitzend kam dann der Gedanke doch, dass ich eigentlich bisher auf meinem XDA Star noch nicht ein einziges Mal diesen Klingelton bewusst wahrgenommen habe… obwohl ich in den letzten Tagen immer wieder telefoniert hatte. Und dann dämmerte es: Wie immer sind meine Telefone auf Vibration geschaltet, um in den diversen Terminen nicht zum errötenden Störfaktor zu werden, weil das Handy klingelt.

Verbesserungsvorschlag: Liebe MS´ler, bitte implementiert in der nächsten Windows-Mobile-Version doch einen Vibrationsalarm, der wenigstens im Takt des anruferspezifischen Klingeltons mitvibriert! :-D

Ach ja: Und liebe Firma mit dem angebissenen Kleinobst: So einfach geht es, einen benutzerspezifischen Klingelton zu produzieren und auf einem High-Tech-Smartphone zu nutzen. Erklär ich Euch gerne ausführlicher… :-D


Clutching at Stars

November 22, 2007

Vor fast zwanzig Jahren, am 24.11.1987, mein erstes Konzert: Marillion auf der Clutching at Straws-Tour in der Halle Münsterland in Münster.

Gestern, am 21.11.2007, die Neuauflage: Fish auf der Clutching at Stars-Tour in der KuFa in Krefeld.

Und um es mit Fish (dem Szenefremden sei es als Hinweis mitgegeben: damaliger Sänger von Marillion) zu sagen: Der Abend war “So Fellini”!  Wie aus Zauberhand waren vollkommen unabgesprochen all die Wegbegleiter aus der Prog-Zeit da: Silvia, Fritz und Kai, das Woste, der Jürgen… und wir alle standen gebannt vor einem ebenfalls zwanzig Jahre älteren Fish, in einer Menge voll angegrauter Alt-Progger, die jede Zeile von CaS frenetisch mitsangen… wenn ich daran denke, bekomme ich immer noch Gänsehaut.

Wer auf gute, handgemachte, intelligente Musik steht (und natürlich ist auch das neue Album 13th Star im Gepäck und nimmt einen guten Teil des Sets ein), der sollte sich dringend einen der noch ausstehenden Termine vormerken!

Um den obligatorischen Windows Mobile-Content unterzubringen: Ich habe mit meinem XDA Star bilder geschossen… :-D


Aua! vodafone und T-Mobile auf dem Spielplatz

November 22, 2007

Hmmmh. Auch ich hab mich ja geärgert, dass T-Mobile das iPhone so eng an sich bindet und es mit Knebelverträgen und nicht aufhebbarem Netlock einschränkt. Hat sich scheinbar auch vodafone gedacht und eine einstweilige Verfügung gegen T-Mobile erwirkt. Diese stellt fest, das die Bindung rechtwidrig ist, andere Carrier also auch die Chance haben müssen, das Gerät zu verkaufen. Jetzt reagiert T-Mobile: Für schlappe EUR 999,- kann man nun laut Spiegel das Technikspielzeug erwerben, ohne Kartenvertrag… und ab dem 19.11. verkaufte iPhones müssen kostenlos entsperrt werden.

Liebe T-Mobiler: Auch wenn Ihr gegen diese entscheidung Widerspruch einlegt, habt Ihr doch sicher die Leute vergessen, die in den ersten 10 Tagen zugeschlagen haben… die sollen nicht in den Genuss des Unlocks kommen? Ich glaub es setzt aus… Ich denke, das klären wir, gell? :-D


Terminschieber, Teil 2: Der XDA Star ist da (fast)

November 17, 2007

Ein wenig muss ich relativieren… gestern kam die Mail von O2, dass der XDA Star nun endlich verfügbar sei, und zwei Stunden später die Versandbestätigung jenes unlängst so gescholtenen Händlers.

Freude schöner Götterfunken: DHL hat das Paket in den Klauen. Und das macht wie immer wenig Freude.  Freitag raus, amSamstag immer noch auf dem Weg nach Krefeld. Und ich habe eine Glaskugel, glaub ich: Montag wird es auf dem Weg vom Frachtpostzentrum zur Zustellbasis sein… um dann Dienstag vielleicht zugestellt zu werden.

Während die Briefzusteller im Konzern noch um ihren Mindestlohn kämpfen, die Lokführer eines ebenfalls privatisierten Staatsunternehmens um den eigenen Tarifvertrag ringen, lässt sich beides anwenden:

  1. Mindestlohn erfordert Mindestleistung. Wenn ich stetig die Preise erhöhe und den Service immer schlechter mache, dann passt das nicht.
  2. Wenn ich meine Infrastruktur so aufsetze, dass Pakete langsam durchs Land rollen, als Zühe während des Bahnstreiks, dann ist auch da irgendwas falsch.

Die Hoffnung aber, so zeigt sich gerade wieder, stirbt zuletzt. Gerade klingelts, der Mann in Gelb-Rot steht vor der Tür, und ich spüre einen leichten Stich der Erregung… aber in der Hand hät er nur einen Umschlag mit zwei USB-Verlängerungskabeln. Naja… wenigstens kann ich heute Eye of Judgement endlich bequem spielen: Die PS3 hinten, die 2.44m-Leinwand vorne, und die Kamera schön mittig platziert. :-D


Tellerblick und Tellerminen

November 13, 2007

Ich bin immer wieder fasziniert. Man sollte doch davon ausgehen, dass wir alle erwachsene, intelligente, Menschen mit einem breiten Horizont sind. Oder?

Scheinbar nicht…. (wobei sich diese Aussage auf „alle“ bezieht… mathematisch negiert „nicht alle“ = „mindestens einer nicht“ :-D )

Ich habe es geahnt, weil die Erfahrung meist ein guter Lehrmeister ist. Wie kann ich es wagen, ein Nicht-Windows-Mobile-Gerät überhaupt nur zu erwähnen? Schon 2003 war alleine die Erwähnung des Erwerbs eines Sony Clie UX50 (Böse! Palm-OS!) in den News

15.-16.11.2003:
Auch wenn´s mir wieder dumme Sprüche einbringt: Heute angekommen ist mein
Sony Clié UX50, ein winziger Organizer mit Tastatur, WLAN, Bluetooth, Digicam, einem hochauflösenden Display. “Manko”: Palm OS 5.2….

Quelle stetiger Freude. Von „Verräter“ über „Scheiss-Seite, ich will hier was über Pocket PCs lesen!“ bis hin zu wüsten Beschimpfungen war alles dabei. Jetzt, fast auf den Tag genau vier Jahre später, fühl ich mich gerade so ein wenig wie in einer Zeitmaschine. Wie konnte ich vergessen, dass ich mich ja nur, ausschliesslich, ausnahmslos mit Windows Mobile beschäftigen darf? Asche auf mein Haupt! Dabei habe ich doch nur erwähnt, dass ich mir das iPhone (Böse! Apple/Linux!) zugelegt habe. Die Qualität einiger Rückmeldungen (die ganz mutig von Freemail-Accounts mit kryptischen Namen verfasst sind) ist ähnlich.

Mein absoluter Liebling aber ist die Mail von Jens K. aus N., der zumindest den Mut hatte, mit seinem normalen Mailaccount zu schreiben: Den Rest des Beitrags lesen »


Harry Potter und das iPhone Teil 2: Kommando zurück

November 9, 2007

Wenn mir Harry Potter über den Weg läuft, dann mach ich ihm den Voldemort… oder so. Hatte ich hier noch stolz berichtet, dass trotz plötzlichem Disapparieren von iPhones und Warenkörben die Bestellung am 09.11. nachts recht reibungslos funktioniert hatte, so muss ich mich korrigieren. Ich gebe zu, ich bin ein skeptischer Mensch… und wenn man mir schreibt, meine Bestellung sei eingegangen und ich würde noch eine Email bekommen, die dies bestätigt, dann warte ich auch drauf. Habe ich getan. Bis heute Morgen. Geduldig (weil ich wie ein Stein geschlafen habe nach meinem mitternächtlichen Einkaufsbummel).

Nachdem dann aber immer noch nichts im Posteingang war, hab ich mal die Servicenummer angerufen. Geduldig. Der Mann war freundlich. Und dann die nächste Servicenummer. Geduldig, der Mann konnte ja nichts dafür. Dann kam seine Antwort auf meine Frage, wo denn meine Bestellbestätigung wäre. Ungeduldig, weil er die Frage scheinbar schon mindestens deutlich über 40 Male beantwortet hatte.

“Ja, äääh… wir hatten da wohl ein Problem”

(Ich weiss. Disapparierende iPhones, Warenkörbe und Kassiererinnen. Ich war dabei. Danke.)

“Geben Sie mir mal Ihre Postleitzahl. Und die Strasse.”

(Macht mich das skeptisch, wenn die Bestellnummer, die ich ja habe, nicht interessiert? Ja, das macht es!)

“Das dachte ich mir …”

(Nun sag schon… trau Dich… los!!!!!!)

“Die Bestellungen von heute Nacht sind noch nicht im System. Sollen wohl demnächst eingespielt werden.”

“Das heisst also: Derjenige, der heute morgen gemütlich nach dem Frühstück angerufen und bestellt hat, ist bereits im System, und der Depp, der heute Nacht online bestellt hat, darf sich irgendwann dahinter einreihen?”

“Das sieht so aus.”

Ich habe das Gespräch beendet. Geduldig. Kann ja niemand was für, wenn ein Zauberleerlehrling nicht nur iPhones, Warenkörbe und Kassiererinnen, sondern auch ganze Bestellungen verschwinden lässt.

Ich war grad im T-Punkt. Geduldig. War leer, die Mitarbeiterin freundlich. Und mein iPhone konstant da, ohne zu verschwinden… wie auch die Kassiererin. Einen Einkaufswagen hab ich aber vorsichtigerweise nicht genommen. Man weiss ja nie.


Harry Potter und das iPhone

November 9, 2007

Sorry. Ich muss nochmal einhaken. Manchmal habe ich das Gefühl, dass je lauter jemand trommelt, desto weniger sich hinter der Trommel befindet. Wenn das stimmt, dann ist das iPhone eine Luftblase. Konnte man sich schon als unschuldiger Kunde des US-amerikanischen Apple-Stores kaum vor euphorischen Ankündigungen zum iPhone schützen, so übernimmt T-Mobile in Deutschland die Rolle des eingeladenen Spammers (eingeladen deshalb, weil man sich fein datenschutzkonform explizit nochmal anmelden musste. Selbst schuld also).

Aber scheinbar ist es ja ein Zaubergerät: Wie einst die Harry Potters wird es pünktlich ab 0:01 Uhr am 09. November verkauft. Sowohl auf der eigens geschaffenen Webseite als auch bei ausgewählten T-Punkten in ganz Deutschland, quasi “Harry Mobile und die Heiligtümer des iPhones”.

Und so sitzt man bebend vor seiner Funkuhr und betrachtet das Schleichen der Zeiger (okay, Segmente der Digitalanzeige, aber das Bild mit den Zeigern ist einfach schöner): 21:58 … 21:59 … 22:00 … [...] … 23:59 … 00:00 … die virtuelle Schlange wird immer länger … 00:01: Und los!

Nun hätte ich mir werbewirksam vorgestellt, dass die Bestellseite uuuuuuuuunsäglich langsam wäre: “T-Mobile-Seite von iPhone-Bestellungen überflutet”, da würde doch jede Zeitung/Newsseite frohlocken (vorsichtshalber hätte ich mir schon mal einen kleinen DoS-Angriff bei einem internen Administrator bauen lassen … nur, um sicher zu gehen :-D ) Den Rest des Beitrags lesen »


Terminschieber und Auftragsmörder

November 8, 2007

Schieben wir´s darauf, dass der homo mobilius von Natur aus ein eher ungeduldiger Zeitgenosse ist. Zeit ist Geld, von beidem hat man wenig, und so muss alles schnell gehen. Nicht umsonst ist amazon so erfolgreich, denn anhand des Lagerstatus kann man Waren identifizieren, die am Lager sind und so absolut zuverlässig “in 24 Stunden” da sind.

Dass DHL als Versanddienstleister alles dafür tut, diese Zusage ad absurdum zu führen, steht auf einem anderen Blatt. Das, was in der Hand vom amazon liegt, wird getan, und die Versandbestätigung ist in den allermeisten Fällen deutlich schneller als nach 24 Stunden im Posteingang. Apropos DHL: Ich kann jeden nur vor der Achse Berlin - Krefeld warnen. Pakete geraten dort regelmässig in ein Bermuda-Dreieck und verweilen ein bis zwei Tage im Frachtpostzentrischen Nirvana: Freitags geschickt, Dienstags zugestellt. Das kann nur noch Hermes toppen!) Den Rest des Beitrags lesen »


Touch mich an - Der iPhone-Hype

November 4, 2007

Ich kann mich noch so gut daran erinnern… so einige Sätze heisse Ohren hat man im jugendlichen Leichtsinn kassiert, weil man wider aller Vernunft dem Reiz des weiblichen Geschlechts nachgegeben hat und forsch gewagt hat, ein wenig zu tatschen.

[Disclaimer: Die oben verwendeten Formulierungen sind in keiner Weise gedacht, den Leser in seiner (oder ihrer) sexuellen Orientierung, seinem (oder ihrem) Selbstverständnis, Selbstbestimmungs- oder Persönlichkeitsrecht zu stören. Sie sind auch kein Verstoss im Sinne von §1 bzw §7 AGG...] :-D

Kaum allerdings präsentiert ein großer Hersteller aus Cupertino ein neues Produkt, da ändern sich solche Normen schlagartig: Ob es daran liegt, dass man heutzutage aus Gründen der political correctness einen Neuanglizismus einführt und stattdessen “antouchen” sagt? Wie auch immer: Das iPhone als Flaggschiff des “Touch Phones” hat schon lange vor seiner echten Markteinführung einen Paradigmenwechsel bei vielen Herstellern hervorgerufen. Plötzlich muss ein neues Gerät einfach fingerbedienbar sein, es muss eine doppelbonbonige Oberfläche haben (man nehme die Symbole von Windows XP, betrachte sie als schwarz/weiss und koloriere sie nach) und am besten ist es dann noch ultradünn, mit unsichtbaren Knöpfen und schwarz oder weiss. Den Rest des Beitrags lesen »