(Piep) Dich, Du (Piep)!

Dezember 30, 2007

Manche Leute stehen ja nicht offen zu ihren Schwächen… ich schon. Manchmal… So bin ich ein absoluter Fan der Trash-Real-Satire. Nicht die, wo rot toupierte vermeintliche Richterinnen über schlechte Schauspieler Urteile sprechen, sondern die, in denen Personen mit intellektuellem Verbesserungspotential in ausgewählter Weise ihresgleichen zu Problemlösung sozialer wie menschlicher Art auffordern. Wer´s noch nicht verstanden hat: Ich rede von Talkshows…

Besonders mag ich´s dann, wenn ich das ganze nicht in der Flimmerkiste, sondern in freier Wildbahn erlebe… So am Freitag in der Krefelder Innenstadt: Zwei quasi zum Stamm der Talkshow-Squaws gehörende err… junge Damen der Kategorie “Ey hömma, Schlampe, ey, mit dreizehn mein erstes Balg, hömma, ey, aber voll krass weissischnisch wer der Vatta is, ey, können fünf Macker sein, ey!”… die eben, die dem Trend der Magermodels so konsequent entgegentreten und Wurstfabrikanten überlegen lassen, ob sie nicht in die Modebranche einsteigen sollen.

An sich ist dieser Anblick nun in den meisten Ruhrgebiets- und Rheinland-Städten alles andere als unüblich (besonders in Bahnhofsnähe), wohl aber die fein auf die Situation und die Akteure abgestimmte Tonspur. “Ey, watt willzu, Du (Piep)?!”

…Passend dazu kollidieren in dem Moment die mitgeführten Kinderwagen fast miteinander

“Boah, Du (Piep), bissu bescheuert, ey? Voll (Piep), ey!”

ich muss dazu sagen, ich bin dick erkältet und der besten Ehefrau von allen zufolge im Moment eher taub als hellhörig, diesen Dialog aber habe ich in gehobener Zimmerlautstärke verstanden. Schon jetzt zu beobachten: die Umstehenden werfen sich verschmitzte Blicke zu, langsam bildet sich freier Raum um die Akteure, wie ein Fettauge auf einer Wasserfläche…

“Watt willzu, Du (Piep)? (Piep) Dich doch! Hab ich Dir doch gleich gesacht, ey!” Den Rest des Beitrags lesen »


Blu-Ray und HD-DVD: Entscheidet der Porno?

Dezember 22, 2007

Das ist doch mal eine Überschrift, gell? :-D

Im Moment findet wieder ein Grabenkrieg zwischen zwei Systemen statt, die die DVD als Unterhaltungsdatenträger ablösen sollen. Das u.a. von Sony propagierte und entwickelte Blu-Ray-Format und das bei Toshiba und anderer Konkurrenz liegende HD-DVD-Format. Wo es eigentlich “nur” um unterschiedliche Normen für die Wiedergabe hochauflösenden Unterhaltungscontents geht, spielt natürlich wie immer weitaus mehr mit. Anfänglich zeigte es sich als Krieg der Spielekonsolen (die Sony PS3 hat ein Blu-Ray-Laufwerk, die XBOX 360 kein HD-DVD-Laufwerk… kann es aber nachrüsten), der durch einen einfachen Engpass entschieden werden zu drohte: Die Ausschussquote der blauen Laserdioden war zu hoch, damit konnten nicht genügen PS3 produziert werden und so verzögerte sich Sonys Flaggschiff um Monate… und damit auch der günstigste Blu-Ray-Player auf dem Markt). Den Rest des Beitrags lesen »


Mein iPhone und ich…

Dezember 18, 2007

… haben mittlerweile ein gestörtes Verhältnis.

Nein… das liegt nicht daran, dass es das falsche Betriebssystem hat, eigentlich mehr daran, dass das Betriebssystem, das es hat, nicht das macht, was das richtige macht… :-D

Soll heissen: Nachdem das “Uiuiuiui, so ein schickes Spielzeug” abgeklungen war, kommen mir die “Schwächen” im Vergleich zu Windows Mobile erst so richtig in den Sinn. Ich mag pervers sein, aber ich bin so daran gewöhnt, meine Mails gepushed zu bekommen, dass es mich rasend macht, dass es nur alle 15 Minuten (als kleinstes Intervall) meinen Exchange abfragt. Das führt dazu, dass ich alle 5 Minuten manuell abfrage (iPhone an, Slider betätigen, um ins Menü zu kommen, auf Mails klicken und warten…). Schebbich…

Und ansonsten: so schön der Safari ist, mittlerweile habe ich dann doch einige Seiten, auf die ich einfach nicht komme, weil ich mich anmelden muss (z.B. das Navigon Betatest-Forum). Credentials werden angenommen, aber Safari geht wieder zur Login-Seite zurück. Auf einem Windows Mobile-Gerät mit dem PIE oder dem Opera Mobile kein Problem.

Oder das Entsperren der SIM: Hat man einmal beim Start falsch geklickt und nicht “Entsperren” gewählt, dann hat man einen semihübschen roten Punkt am Telefon-Symbol. Nun denkt sich der geneigte Benutzer, er müsse einfach draufklicken und könne dann irgendwie die PIN eingeben und das Telefon aktivieren. Er denkt… aber fälschlicherweise. Ausschalten und wieder einschalten ist die Alternative.

Vom Coolness-Effekt her lässt es auch nach: Einen XDA Star herauszunehmen und ganz locker dessen Tastatur aufzuschieben führt zu deutlich glänzenderen Augen beim Gegenüber als das iPhone, das scheinbar durch seine Medienpräsenz “langweilig”geworden ist.

Und nachdem ich den iPOD Touch für meine Frau als Weihnachtsgeschenk besorgt habe und damit das unbetritten geniale Bedienkonzept in einem deutlich günstigeren Gerät (als MP3-Player, Picture Viewer, etc.) sehe, kann ich meine Entscheidung vm 9. November eigentlich nur noch anzweifeln…


Ich kaufe meine Weihnachtsgeschenke…

Dezember 17, 2007

… mit meinem Windows Mobile-Gerät. Hattet Ihr Euch gedacht? Menno… :-D

Aber im Ernst: Ich habe dieses Jahr tatsächlich JEDES einzelne Weihnachtsgeschenk im Internet gekauft. Jedes. Unsere Kaffeemaschine, den iPOD Touch meiner Frau, für die diversen Omas und Opas die Sachen für die Kinder, die “sag doch mal was für Andreas”-Bücher der liebsten Schwiegeroma… alles. Und habe dann in einer stillen Stunde überlegt, welchen volkswirtschaftlichen Schaden ich anrichte.

Seid Ihr in den letzten Wochen/Monaten mal offenen Auges durch die Innenstädte gegangen? Da reiht sich Ramschladen an Ramschladen, 99 Cent-Bude an Handyschuppen, aber so recht gewöhnen kann ich mich daran nicht. Macht nix, muss man auch nicht. Zwei Wochen später haben die Betreiber gewechselt, die Shops ihre Position, aber in der Summe wird´s nicht attraktiver. Ein gutes (oder schlimmes) Beispiel des Verfalls ist für mich Bochum: Als ich damals während des Studiums bei Brinkmann, Deutschlands grösstem technischen Kaufhaus (ja, es gab eine Zeit vor MediaMarkt!) gejobbt habe, war Bochum eine kleine, ansehnliche Ruhrgebietsstadt mit einem eigenen Flair und einer Innenstadt, die zum Bummeln einlud. Heute: Siehe oben…

Zurück zum Einkauf: Gestern die beste Ehefrau von allen und ihr dringender Wunsch, einfach Samstag abends nochmal bummeln zu gehen. In dem Bewusstsein, dass noch eine Christbaumspitze fehlte, habe ich dann (leicht nörgelnd, wie immer) zugestimmt. Gut… auf dem Weihnachtsmarkt in Krefeld, wo man sowas erwarten würde: Fehlanzeige. In den diversen “Fachgeschäften”: ebenso… bis auf solche, die eher bei Beate Uhse im einschlägigen Versandhandel zu erwarten gewesen wären. Irgendwann hatte ich die Faxen dann dick und griff tatsächlich nach meinem XDA Star. Amazon aufgerufen, nach Christbaumspitze gesucht und eine gefunden, genau so, wie ich sie mir vorstellte. Der besten Ehefrau von allen gezeigt und nicht, wie erwartet, ein Zähnefletschen, sondern vorbehaltlose Begeisterung geerntet.

Stop: Halten wir inne… Einzelhandel… gebeutelt… Internet… Und da es a) auch noch Tchibo als Lieferant war und b) der örtliche Tchibo 10 Meter von mir, dem XDA Star und der virtuellen Repräsentanz der Christbaumspitze entfernt war, hab ich NICHT online bestellt… zumindest nicht sofort. Nachdem die unsäglich teilmotivierte Dame mir berichtete, dass sie die letzte Spitze dieser Art gerade heute morgen verkauft hatten, und ein Anruf bei der zweiten Filiale in Krefeld eine ähnliche Auskunft brachte, habe ich mit einem Klick diesen Einkauf (mit dem XDA Star) online getätigt… und mich gefragt, warum ich das nicht 10 Minuten eher gemacht habe…


Navigation und die Verkümmerung des Pfadfinder-Gens

Dezember 12, 2007

Eigentlich wollte ich nicht jeden Beitrag mit „ich kann mich noch so gut erinnern“ anfangen, aber auch beim Thema Navigation ist die Historie durchaus interessant.

Anfang des Jahres 1999 ergab sich die Möglichkeit, aus dem Firmenfahrzeug eines befreundeten Geschäftsführers für den Schnäppchenpreis von DM 1000,- ein Philips CARIN-Festeinbau-Navigationssystem zu bekommen. Die Diskussionen über Sinn und Unsinn einer solchen Investition mit der Haushaltsfinanzministerin waren ähnlich zäh wie die Abstimmgespräche der großen Koalition, allerdings effektiver: die Gelegenheit wurde nicht ausgeschlagen. Punkt.

Schon damals, lange vor dem ersten Gedanken an mobile Navigationsgeräte, stellten sich schnell zwei Dinge heraus:

Derjenige, der am lautesten schreit, weil er etwas für sinnlos erachtet, nutzt es insgeheim am häufigsten (der so genannte McDonalds-Effekt). Deutlich zu erkennen an diversen Diskussionen der Art „Schatz, heute brauch ich das große Auto!“ „Warum?“ „Ich muss doch nach <setze beliebigen Ort, bevorzugt solche, die eigentlich fast zu Fuß erreichbar sind>… und da brauche ich das Navi!“.

Ebenfalls zu beobachten: die langsam, aber stetig nachlassende Fähigkeit, sich ohne ein Navigationssystem zurecht zu finden. Zwanzig mal bin ich den Weg zu einem Freund in seine neue Wohnung bereits gefahren… sollte ihn also fast im Schlaf kennen. Beim 21. Mal führt eine intensivere Diskussion mit oben erwähnter Haushaltsfinanzministerin dazu, dass das Navigationssystem bzw. sein Gebrabbel in den Hintergrund gedrängt wird. Und nach ungefähr zwei Kilometern fällt dann auf, dass hier etwas nicht stimmen kann: Diese Umgegend ist definitiv unbekannt. Den Rest des Beitrags lesen »


Wallraffs Visionen

Dezember 12, 2007

Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut, als gestern abend eine neue Dokumentation des Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff im ZDF über die Mattscheibe flimmern sollte. Zu gut erinnere ich mich noch an seine Enthüllungswerke “Ganz unten” (als Ausländer Ali im Dreck) und “Der Aufmacher” (im Sog der Bild-Zeitung). Ein wenig polemisch, zugegeben, aber hochinteressant. Was da gestern aber zu sehen war, war eine Enttäuschung.

In CallCentern  hat er undercover ermittelt… oder so ähnlich… denn zu sehen waren nachgestellte Szenen, Interviews mitAussteigern, und wenige verwackelte Originalaufnahmen. Informationswert: Weniger als die dritte Wiederholung der letzten Lindenstrasse-Folge. Dafür die letzten 10 Minuten ein offizieller Besuch in einem der so kritisierten CallCenter, Einschmeicheln beim S-Klasse fahrenden Geschäftsführer und joviales Schulterklopfen bei den eigentlich ach so bösen Ex-Kollegen. Sollte die Rente etwa nicht ausreichen!?

Schade vor allem, dass CallCenter pauschal verteufelt wurden: natürlich sind die Lottschein-verkaufenden, Billig-Alarmanlagen für teures Geld verschleudernden Drückerbanden verwerflich und bewegen sich auf kritischem legalen Niveau…

Wer aber schon mal ein CallCenter der anderen Art besucht bzw. als Kunde “genutzt” hat und sieht, wie der Service von Weltkonzernen unter massivem Druck, Stress und Lärm aufrecht erhalten wird, sein Problem dann vielleicht sogar noch zu unchristlicher zeit freundlich und mit einem Lächeln gelöst sieht, der fragt sich schon, wie poelmisch Berichterstattung sein darf.

Und das Highlight: bei einem “zufälligen” Besuch bei einem Bekannten und dem “zufälligen” Anruf eines CallCenter Agents für einen günstigeren Tarif wirft der greise Retter der Entrechteten sich in die Bresche und saut die arme Frau da so richtig runter: “Nennen Sie mir ihre Telefonnummer! Wo kann ich denn die Vergleichstarife anderer Anbieter erkennen?!” Och bitte… vielleicht ruft man dann mal in deren CallCenter an… :-D


Test des XDA Star/HTC Touch Dual

Dezember 6, 2007

Es hat ein wenig gedauert, aber jetzt ist der da: Der Test des XDA Star auf der World of PPC. In der Summe: Ich mag ihn. Auch wenn die Frage “Ist der HTC Touch Dual/XDA Star nun der iPhone-Killer?” nicht zu beantworten ist, im Bedienkomfort für ein Windows Mobile-Gerät setzt er Maßstäbe.

Aber genau diese Frage wird ihn verfolgen, und sie ist genau so “unsinnig” wie “Ist der Porsche Cayenne ein Rennwagen?”. Auch hier haben beide Testkandidaten zwar ihre grobe Ausrichtung (in diesem Fall als Penisverlängerung Straßen-Fortbewegungsmittel) gemeinsam, zielen aber auf vollkommen unterschiedliche Käufer- und Anwenderschichten.

Nach all den PDA-Tests: Ich nehme gerne ein Angebot zur Probefahrt im Cayenne an… :-D


Gar nicht witzig….

Dezember 4, 2007

…. finde ich diese Meldung. Da entscheidet das Hamburger Landgericht, dass der Netlock und der exklusive Vertrieb des iPhones bei T-Mobile rechtmässig sind. Wo wind wir denn? Kann es sein, dass da eine Lobby stärker war als die andere? Oder die Fischköppe die Düsseldorfer Fröhlichkeit nicht leiden konnten? Bah… auch Hamburg liegt also auf der schäl Sick… aber auf der anderen!


Telekomiker, die nächste: iPhone Unlock ad absurdum

Dezember 4, 2007

Okay… es sind nicht die Telekomiker, sondern die von T-Mobile. Die aber halten sich für mindestens ebenso komisch, ehrlich!

Ich bin nun einer der ersten Besteller des iPhones gewesen, und damit habe ich meinen T-Mobile-iPhone-Schnäppchen-Vertrag an den sprichwörtlichen Backen. Kein Problem, die Entscheidung habe ich wissentlich getroffen. Und ich weiss nicht, ob ich beim “Alternativangebot” von 999,- ohne Vertrag eher schwach geworden wäre.

Was ich allerdings schon erwarte, ist die Entsperrung meines  iPhones. Nicht, dass ich es momentan mit meiner normalen vodafone-Karte nutzen würde (wofür habe ich schliesslich Inklusivminuten und -volumen), aber ich will die Möglichkeit haben.

Ein Anruf bei der Hotline  offenbart das ganze Grauen: “…. leider erst für Kunden, die das Gerät ab dem 19.11. gekauft haben…. ” (dem Datum der einstweiligen Verfügung). Man konnte der armen Frau förmlich anhören, dass sie auf meinen Ausraster wartete… der blieb aber aus. Die Hotline kann nichts dafür, und aus formalrechtlicher Sicht kann ich es sogar verstehen: Solange die einstweilige Verfügung nur einstweilig ist, versucht T-Mobile noch zu retten, was zu retten ist. Allerdings ist der Grad der Kundenunfreundlichkeit, der sich damit offenbart, selbst für dieses Unternehmen ein Highlight.

Auf der anderen Seite: Offenbar wissen die Kollegen in Magenta nicht mal, wie man´s richtig macht: Die Berichte über Falschaussagen, trotzdem nicht funktionierende iPhones in anderen Ländern, etc. häufen sich. Business as usual also… :-D