The Tempest…

Mai 30, 2008

Momentan erinnert mich das Wetter an düstere Hohlbein-Bücher: Dunkel, sintflutartige Regenfälle, als wenn Mutter Erde sich gegen uns verschworen hat. Heute morgen aber der „Höhepunkt“:

Gegen 06:00, als ich gerade Richtung Büro loswollte, fing es nicht nur an zu regnen, sondern die Welt brach förmlich über uns zusammen… Eine Kackophonie von Schlägen, die das ganze Haus erschütterten: Hagel, mit Hagelkörnern dick wie Golfbälle, in einer Falldichte wie bei dichtem Regen. Noch über eine Stunde nach Ende dieses Wutausbruchs der Natur war der Boden fast vollständig weiss. Glücklich, wer in dieser Situation nicht ungeschützt im Freien war!

Das einzige, was ich machen konnte, war die Stahljalousie über mein Dachflächenfenster ziehen, im Gegensatz zu vielen Nachbarn habe ich zumindest hier keinen Schaden zu beklagen. Beide Autos allerdings sind ruiniert: Beulen über Beulen, bei meinem eine geplatzte Windschutzscheibe und ein Eurostück-großes Loch aus der Dachreling gebrochen.

Ich bin froh (auch wenn das der falsche Begriff ist, denn das gönne/wünsche ich niemandem!), dass der Blick links und rechts die Straße herunter Reihen von ebenfalls betroffenen Menschen zeigt, die fassungslos die Schäden betrachteten… und es tröstet mich, dass Nachbarn, die das selbe „Schicksal“ erlitten haben, einander helfen und dabei irgendwann den Frust vergessen und Spass haben. Niemand ist verletzt, zumindest in unserem Umfeld. Der Rest wird die Versicherungen noch lange beschäftigen…


Amazon und Nigeria, Teil 2

Mai 30, 2008

Tja… das war wohl nichts. Am Montag nachmittag, zwei Tage nach meiner Meldung, erhielt ich einen „überhöht motivierten“ Anruf von Amazon:

Sie hatten uns eine Mail geschrieben. Und? Was wollen Sie jetzt von uns?“

Ah, ja. Danke. Kein Kommentar…


VORSICHT: Amazon-Marketplace-Betrüger aus Nigeria!

Mai 24, 2008

Die Masche ist perfide und ausgebufft, vor allem, weil man sie in dem Umfeld noch nicht kennt: Gestern erhielt ich eine Anfrage über den Amazon-Kommunikationsmanager (wer ihn nicht kennt: Das Mailgateway, mit dem potentielle Käufer an den Verkäufer eines gebrauchten Produkts Fragen zum Angebot stellen können):

Grü?e …Bitte nicht ver?rgert werden,dies ist mein erstes Mal über den Kauf etwas über netto,und ich m?chte sicher sein,dass der Zustand des Artikels,bevor ich mit der Zahlung. Ich werde warten auf Ihre Antwort, damit ich gehen kann mit den Zahlungen. Nur Amazonas Zahlung. Danke

Greetings…Please dont be annoyed this is my first time of buying something on net and i want to be sure of the condition of the item before i proceed with the payment. I will be waiting for your responce so that i can proceed with the payments.Only amazon payment.Thanks

Mfg

Adelaide

Gut… der Eindruck, dass es sich um einen ausländischen Interessenten handelte, war ja kein Grund, nicht zu antworten, in sofern ging meine Antwort direkt raus. Heute dann erhielt ich (allerdings im SPAM-Folder) die vermeintliche Verkaufsmail von Amazon:

Sehr geehrte(r) [...],

Sie haben soeben erfolgreich in Amazon Marketplace verkauft! Wir haben den Erloes des Verkaufes Ihrem Amazon Payments Konto gutgeschrieben. Von hier wird dann die Ueberweisung auf Ihr Bankkonto ausgefuehrt.

1 x [...] [Elektronik]

Bitte versenden Sie den Artikel umgehend per Standardsendung. Wir empfehlen Ihnen, innerhalb von zwei Werktagen nach dem Verkauf am 24.05.2008 die Ware zu versenden. Andernfalls gelten die von Ihnen angegebenen Versandbedingungen.

Anbei die Versandadresse Ihres Kaeufers (Geben Sie bitte als Absenderadresse Ihre eigene Adresse an und legen Sie den Packzettel aus dieser E-Mail bei.)

Adressaufkleber

- – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - Mr. E. Stephen 11,Oriki Imole Street,Isoto Command. Ipaja Lagos State,23401.

Nigeria

- – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – -

PACKZETTEL:

Amazon Marketplace Artikel: [....] ohne Branding [Elektronik]

ASIN: B000RPBCIC

SKU :

Menge: 1

Gekauft am: 24.05.2008

Versendet von: [...]

Versandadresse:

An: Mr. E. Stephen

Adresszeile 1: 11,Oriki Imole Street,Isoto Command.

Adresszeile 2:

Stadt: Ipaja.

Staat: Lagos

Postleitzahl: 23401

Land: Nigeria

Name des Kaeufers: Adelaide Herrmann

Absender dieser Mail, wie gewohnt: payment-messages@amazon.de, also die richtige Mailadresse. Aufbau der Mail ziemlich korrekt, mit zwei kleinen Mängeln: Meine angebliche Mailadresse in der Verkaufsmail ist nicht die, die bei Amazon hinterlegt ist, sondern die, mit der ich gestern geantwortet hatte (das muss einem aber erst auffallen, wer nur eine einzige Mailadresse hat, der hat da keine Chance), und in der Betreffzeile hat der automatische Übersetzerteufel zugeschlagen: „Verkauftes Disptach jetzt“ klingt nicht ganz so richtig… aber auch da kann man sich leicht täuschen lassen, denn offensichtlich ist der Käufer ja Ausländer und hat ggf. über eine andere Ländergesellschaft gekauft (kann er nicht, denn Artikel sind nur lokal gelistet und werden auch im Standard nur lokal versandt).

Erst in dem (im Outlook im Standard verdeckten) Mailheader findet sich ein echter Hinweis auf Betrug:

Received-SPF: softfail (mxeu23: transitioning domain of amazon.de does not designate 69.56.216.18 as permitted sender) client-ip=69.56.216.18

Zusätzlich kam fünf Minuten danach noch die persönliche Mail der vermeintlichen Käuferin:

Hello Andreas

Wie machst du heute? .. Ich habe bezahlt für diesen Posten mit amazon Zahlung, und ich möchte fragen, ob Sie haben gesehen, die Bestätigung der Zahlung.

Am Absenden dieses Element zu meinem Vater (Mr. E. Stephen), Er feiert seinen Geburtstag nächste woche habe ich versprochen, senden Sie ihn ein Geschenk, wenden Sie sich bitte, wenn Sie bei der die Anmeldung eingegangen I Want You zu schicken das Element durch (Deutsche Post) „einschreiben International“. , und sich mit mir die Sendung ein.

Dies ist die Versandadresse

Mr. E. Stephen

11,Oriki Imole Street,Isoto Command. Ipaja Lagos State,23401.

Nigeria

Ich werde warten auf Ihre Antwort zu meinem order.thanks

mfg

Sibylla.

BITTE bin so leid für meine schlechte Deutsch Sprache,bin nicht Deutsch Eine Dame, die ich geheiratet bis A Deutsch Mann, unten ist Bedeutung von dem, was ich versuchen, Ihnen zu sagen, wenn Sie Englisch sprechen

Abgesehen davon, dass „Nigeria“ ja nun mittlerweile weithin bekannt ist für Fake-Mails passt auch das zusammen, und alle Informationen in den Mails entsprechen dem, was man erwarten würde. Kurz: Der unsichere, unerfahrene Verkäufer freut sich und rennt zum Postamt, vielleicht vorher noch abschätzend, ob die Portogutschrift für den Versand als Einschreiben reicht.

Allerdings: Eine Kontrolle der eigenen Marketplace-Listings und des Kontostandes zeigt schnell, dass das alles nicht stimmen kann. Der Artikel ist immer noch gelistet, der Kontostand unverändert, damit klar: Hier liegt ein Betrugsfall vor… und zwar ein ganz ausgebuffter.

Was mich daran ärgert und frustriert: Es ist Wochenende, und bei der Marketplace-Hotline bei Amazon keiner da… und die normale Hotline antwortet ganz trocken „Warten Sie bis Montag und wenden Sie sich an die Amazon Marketplace-Hotline!“. Sauber… liebe Amazonesen: wenn mich jemand über den Kommunikationsmanager anschreiben kann, dann ist er bei Euch angemeldet… und dann auch Eure Verantwortung, zu reagieren und schnellstmöglich Eure ehrlichen Kunden zu schützen!

Update am 25.5., 11:40: Nachdem ich nochmal den Kundenservice angesprochen hatte und diesmal eine deutlich freundlichere Dame dran hatte, sollte ich den Vorgang über das EMail-Kontaktformular melden, weil es keine „spezielle Email-Adresse für sowas“ gäbe. Ich habe dann den Linkauf diesen Post geschickt… getan hat sich bisher nichts.


Datendösel oder „Don´t push it, baby!“

Mai 19, 2008

Immer das selbe… und offensichtlich nicht nur, wenn ich in Seattle bin. Gestern wechsle ich den PDA, mache mich mit Hund und kleinem Sohn auf in den Park und wundere mich beim nach Hause kommen, warum ich Mails im Outlook, aber nicht auf dem PDA habe.

Manuell gesynced, Mails sind da. Neue Mail an mich selbst geschrieben, im Outlook da, am PDA nicht. Manuell gesynced, Mail ist da. Das ganze Spiel inklusive runterfahren und neustarten des PDAs, Wechsel des PDAs eine halbe Stunde gespielt. Gottseidank habe ich vor dem Neustart des Servers (der es ja schliesslich auch hätte sein können, wenn nicht gepushed wird, kann auch nicht empfangen werden) festgestellt, das parallel die UMTS-Verbindung immer mal wieder zusammenbrach. Die wiederum ist aber die Basis des Pushens neuer Elemente. Da kommen dann so neue, noch nie gesehene Fehlermeldungen wie „Überprüfen Sie ID und Kennwort, oder wählen Sie den Authentifizierungstyp ggf. neu aus“. Ein Anruf bei der vodafone-Hotline dann brachte die (unbefriedigende) Lösung: Die Datendienste sind gestört… man arbeitet dran.

Warum muss sowas eigentlich immer passieren, wenn ich gerade etwas tue, das potentiell „schuld“ sein könnte? :-(

Störungen in den Datendiensten können immer mal wieder passieren. Allerdings: Dass diese nicht von gestern gegen 1700 bis heute um 09:00 zu lösen sind, und ein weiterer Anruf bei der Hotline ergibt, dass sie „gegen frühen Abend“ mit der Lösung rechnen, ist bitter. Manuell synchronisieren zu müssen ist so … so… vorsintflutlich… :-D


Begegnungen…

Mai 15, 2008

… die einem den Glauben an normale Kommunikation und Miteinander zurück geben, sind selten, aber es gibt sie.

Gestern landete der HTC Touch, zu dem ich meine Frau endlich überreden konnte (nachdem ihr QTek 8500 sich langsam in alle Einzelteile auflöste) statt in ihren Händen in der Packstation um die Ecke.

Wer das Prinzip Packstation noch nicht kennt: Entweder meldet man sich aktiv an, und kann dann seine Packstation als Empfängeradresse für Päckchen und Pakete angeben. Alternativ liefert DHL Sendungen, bei denen man nicht zuhause war, in eine Packstation ein, statt sie zum Postamt zu bringen.

In jedem Fall ist der Vorteil, dass eine Packstation 24 Stunden geöffnet ist, man also beliebig seine Sendungen abholen kann, ohne auf Öffnungszeiten oder Wochenenden Rücksicht zu nehmen. Dazu erhält man eine Benachrichtigungskarte mit Barcode, die dann an der Packstation gescannt wird und das entsprechende Fach öffnet, in dem sich das Paket befindet. Vorher allerdings muss man sich über ein Touchscreen durchhangeln und seinen Namen eingeben und für das Paket unterschreiben. Hochtechnisch also, aber nicht unbedingt vollständig intuitiv.

Nun komme ich gestern an meine Packstation und sehe dort ein älteres Pärchen stehen. Mein erster Gedanke: „Oh je, das dauert!“. Im gleichen Moment habe ich mich in den sprichwörtlichen Allerwertesten getreten, denn die Gleichsetzung „ältere Leute“ mit „technikunerfahren“ hinkt immer mehr. Näher kommend aber stellte sich meine Befürchtung als nicht ganz so fern der Realität heraus: Die beiden tippten wild auf dem Display herum, waren sich vollkommen uneins, was sie nun machen mussten und in der Summe schlicht überfordert. Auf meine Frage „Darf ich Ihnen helfen?“  schallte mir ein aus ganzem Herzen geseufztes „Ja bitte… Sie schickt der Himmel! Unsere Tochter ist im Urlaub, und wir müssen jetzt das Paket abholen…“. Kurz erklärt, wie´s funktioniert, das Paket „befreit“, und die beiden zogen unter wiederholten Dankes- und Erleichterungsbekundungen von dannen.

Einfach schön dabei: Zum einen die Tatsache, dass die beiden sich augenscheinlich darüber freuen, dass es noch Mitmenschen gibt, die sich dann hilfreich einschalten. Zum anderen, dass ich mich darüber freue… :-)


Aua! Die Wege der Links sind sonderbar…

Mai 15, 2008

… da kontrolliere ich sporadisch, wie Ihr auf das Blog gelangt… und finde einen Link, der mich stutzig macht. Wer bei bild.de nach „Spitze Zunge“ sucht, der findet oben den Link zu den WordPress-Blogs mit diesem Begriff… und darunter dieses.  Ob der Besucher, der diesen Weg beschritten hat, dann enttäuscht ob des wenig schlüpfrigen Inhalts dieses Blogs war? :-D


Mangelnde Innovationen oder „Wir hinken immer hinterher“

Mai 8, 2008

Die Pressekonferenz von HTC zum HTC Touch Diamond hat wieder eine Diskussion losgebrochen, die eigentlich gar nicht neu ist. Als ich im April in Redmond mit vielen weiteren Experten zusammen saß, war auch das Thema. „Windows Mobile hinkt immer hinter der Konkurrenz hinterher.“

Der Touch Diamond ist da ein schönes Anschauungsobjekt: Als am 09.11.2007 das iPhone auf den Markt kam, waren alle voller Lob über seine Haptik, die Medienwiedergabe, die Gestenbedienung am Display. Ohne den Begriff „iPhone-Killer“ in den Mund nehmen zu wollen, aber genau das kommt dem geneigten Betrachter beim Diamond in den Sinn. 4GB Festspeicher, Touch 3D mit Gesten, Medienwiedergabe massiv „aufgehübscht“, all das kommt auf die Windows Mobile-Plattform… nur eben ein Dreivierteljahr später. Konsequenz im Eindruck: Eben jenes „hinter den Trends herlaufen“.

Aber ist das so? Meiner Meinung nach ist es ein Vergleich (verzeiht mir den unfreiwilligen Wortwitz) von Äpfeln und Birnen. Sicherlich ist in der Vergangenheit der Fokus für Windows Mobile als mobiles Betriebssystem und die entsprechenden Geräte weniger die Haptik und ausgeklügelte Bedienung gewesen, sondern platt und einfach die Funktionalität. Man kann sich trefflich streiten ob nun das iPhone, ein Nokia oder ein Windows Mobile-Gerät „besser“ oder „innovativer“ sind – denn das liegt im subjektiven Empfinden des Benutzers und seiner Anwendungen -, aber eines ist sicherlich unstrittig: Es gibt keine Plattform, die früher funktionale Innovationen umsetzt als Windows Mobile. Nehmen wir die Synchronisation mit einem Exchange-Server. Das iPhone bekommt sie auf massives Drängen des Markes ein Dreivierteljahr nach Marktstart, auch die diversen Nokias haben erst nach langer Zeit die entsprechende Microsoft-Technologie lizensiert.

„Das interessiert aber den Privatanwender nicht!“? Richtig ist, dass kaum ein Privatanwender einen Exchange Server zuhause stehen hat. Richtig ist aber auch, dass der Markt der „Hosted Exchanges“ bei allen Internet- und Email-Anbietern in den letzten Jahren massiv geboomed ist. Warum nur?

Nehmen wir stattdessen Consumer-Anwendungen: GPS-Navigation, Anfang 2001 auf dem Pocket PC mit der ersten Destinator-Version etabliert, findet langsam den Weg auf andere Systeme: Nokia hat es entdeckt, Apple ziert sich noch. Wer in der Dämmerung auf der Autobahn aufmerksam in die Cockpits vorbeifahrender Autos schaut, der erkennt eines ganz schnell: Navigation ist ein Riesenthema. Und, nehmen wir die Nischenanbieter aus der Kalkulation, das Gros der Geräte hat Windows CE .NET an Bord, entweder als Unterbau für Windows Mobile oder als Betriebssystem der diversen PNAs. Auch hier: Windows Mobile hat den Trend gesetzt, statt ihm hinterherzulaufen.

Nächstes Beispiel: Die ersten Windows Mobile-Versionen war sicherlich visuell spartanisch, dafür gab es aber von Anfang an eine Vielzahl von Zusatzprogrammen. Und hier reden wir nicht von dem kleinen Spielchen für zwischendurch, sondern von einem Spektrum, das sich vom Entertainment-Bereich über Produktivitätstools (wie Projektplanung, Mindmapping, flexible Datenbanken, Lagerhaltung) bis hin zu Freizeitanwendungen wie Reiseführern, Geocaching- Anwendungen, Fitnessplanern erstreckt. Keine mobile Plattform hat so viele unterschiedliche Programme zur Verfügung, die auf ein und dem selben Gerät situativ eingesetzt werden können. Nokia/Symbian/UIQ? Nicht zu vernachlässigen, aber alleine auf Grund der Softwarearchitektur nicht vergleichbar. Das iPhone? Apple hat sich vermeintlich erfolgreich durchgesetzt, den Kuchen ganz alleine aufzuessen und ein System geschaffen, das abgeschottet vor Drittherstellern einen festen Satz an Anwendungen integriert hat, aber nur über offizielle ROM-Updates erweitert werden kann (Jailbreak – für den nicht iPhone-Befallenen die mühsame Befreiung des iPhones von den Apple-Restriktionen – mal außen vor). So recht gelungen ist dieses Robinson-Prinzip aber nicht: Recht schnell schob Steve Jobs die Ankündigung eines SDKs, einer Softwareentwicklungsumgebung für das iPhone, hinterher. Genützt hat es nichts, denn die Verkaufszahlen sind nach dem Erstverkaufsboom alles andere als zufriedenstellend.

Diese Ausführungen theoretischer Natur umgesetzt in ein Praxisbeispiel: Ich bin sicherlich sehr Technik-affin und unabhängig von meiner Überzeugung, dass Windows Mobile in der Summe die überlegene Plattform ist, gerne zu Ausflügen auf andere Plattformen bereit. Das iPhone war somit eine logische und quasi unvermeidliche Anschaffung. Und ich muss zugeben, es hat Spaß gemacht, sich mit einem haptisch und ergonomisch „besonderen“ Gerät zu beschäftigen – einfach, weil es im Vergleich zu den Windows Mobile Geräten etwas neues, ungewohntes war. Nach kurzer Zeit aber hat sich die Begeisterung des Neuen soweit abgenutzt, dass das „Spielen“ mit dem Gerät einem „Nutzen“ weicht. Und genau da war für mich die Zäsur, die das iPhone mehr und mehr auf den Schreibtisch verbannt hat: Ohne Erweiterbarkeit, ohne Navigation, ohne vernünftige Anbindung, all die Faktoren also, die ein Windows Mobile-Gerät seit jeher mitbringt, nützen Design und Ergonomie in der Praxis nicht wirklich viel.

Und um auf den Ausgang wieder zurückzukommen: Wenn ein System, das funktional deutlich vor der Konkurrenz sitzt, sich die Muße leistet und auch vom Design und der Bedienbarkeit zu den Mitbewerbern aufschließt, dann ist dies für mich ein weiterer Ausbau der dieses Vorsprungs und nicht ein „Hinterherhinken“.


Retrogeräte und deren Auswirkungen

Mai 8, 2008

Mir ist langweilig… sagte ich das schon? Die Option auf das GSmart t-600 Mitte des Monats und den HTC Diamond irgendwann im Juni helfen mir HEUTE nicht… und so habe ich nach dem Treo 750 ganz tief in die Kiste der Erinnerungen gegriffen und mir ein Motorola MPx 200 für einen Appel und ein Ei neu gekauft. Gibt´s noch… auch wenn neu eher „instandgesetzt“ heißt. Macht aber nichts, sieht aus wie neu… und ist für mich vom Aussehen her immer noch eines der schönsten Windows Mobile-Telefone, die es gibt.

Und da wollte Andreas „eben mal schnell“ den Zugang vom Exchange einrichten… Standard halt. Danach dann auf den Balkon (weil der Zugang zum Garten, auch Wohnzimmer genannt, von einer geifernden Horde gefrierdosensüchtiger Xanthippen okkupiert war: Tupperparty halt. :-D

Wie auch immer: Die Gedanken um Balkon oder Garten waren eh hinfällig, denn offensichtlich trübt die Erinnerung. Ja, es hab noch Zeiten, in denen das Betriebssystem nicht Windows Mobile, sondern „Smartphone 2002“ hiess, Zeiten, in denen der Outlook Mobile Access noch über eine Zusatzkomponente „Mobile Information Server“ lief und das SSL-Zertifikat zwingend war.

Letzteres allerdings war die Ursache dafür, dass die frische Luft des Abends nur durch das offene Dachfenster genossen werden konnte: Im Gegensatz zu „modernen“ PDAs sucht sich ein Smartphone oder Pocket PC 2002-Gerät nämlich das Zertifikat auf dem Server selbst, und ist dabei ziemlich zickig: Nur vertrauenswürdige Zertifizierungsstellen werden akzeptiert, das selbst generierte SSL-Zertifikat, mit dem jedes Windows Mobile 5 oder 6-Gerät wunderbar klarkommt, führt zu einem „Das Serverzertifikat ist ungültig“, das man von alleine nicht mit Bordmitteln abschalten kann.

Irgendwo im Hinterkopf summte ein „Zertifikatscheck ausschalten“, und die Kombination von Erinnerung und Google brachte dann das Ergebnis: Es gibt ein kleines Tool, dass bei bestehender ActiveSync-Verbindung dem mobilen Gerät sagt, es solle sich nicht anstellen und auch ohne gültiges Zertifikat synchronisieren.

Problem erkennen? 5 Minuten. Problem lösen? Eine Stunde. Artikel auf Ratschlag24 schreiben? 25 Minuten. Für alles andere (und vor allem die Tupperkäufe meiner Frau) gibt es die … Kreditkarte Eurer Wahl. :-)


Nix los?

Mai 5, 2008

Nee, irgendwie nicht. Die Hersteller halten die Bälle flach, bis die ersten Windows Mobile 6.1-Geräte fertig sind, gross neues kommt momentan nicht auf den Markt. Den Grad meiner Langeweile kann man schon daran erkennen, dass ich mir erst einen Palm Treo 750 und dann ein Samsung SGH-i780 zugelegt habe… beides zum zweiten Mal.

Gerade bei letzterem aber muss ich zugeben, dass die „Pause“ Sinn gemacht hat. Mittlerweile habe ich mit realVGA ein Tool drauf, das die 320*320 Auflösung des Samsung „echt“ nutzt. Soll heissen: in 96DPI ist der komplette Bildschirm viel kleiner und hochauflösender genutzt als im Windows Mobile-Standard. Und das ist ein Hingucker…

Ein wenig Mut macht mir das Telefonat, dass ich letzten Mittwoch mit Joey Chen von Gigabyte geführt habe. Das GSmart t600 wird in den kommenden Wochen den deutschen Markt „beglücken“, und das macht aus mehreren Gründen Spass: Zum einen wegen seines integrierten DVB-T-Tuners, denn damit ist die EM im Biergarten gerettet. Zum anderen wegen seiner geringen Grösse und den 2.6-Zoll VGA-Displays, was nicht nur zum Fernsehen spass machen wird.

Warum mir das Mut macht? Das Sample kommt kommende Woche, und damit ist endlich wieder ein forderndes Spielzeug in Sicht… :-)