Muße und Zeit… Luxus, den ich kaum noch kenne. Irgendwas steht immer an, und die Momente, in denen man wirklich Ruhe hat, sind spärlich und selten. Nichts desto Trotz: Als ich Marillion´s neues Album „Happiness is the Road“ endlich in den Händen hielt, war ein solcher Moment nötig.
Ich konsumiere mittlerweile Musik nur noch. Auf dem Weg zur Arbeit, neben dem Schreiben, als Berieselung bei irgendwelchen Dingen, die Qualität leidet. Alle zwei Jahre aber zwinge ich mich allerdings dazu, eine CD in Ruhe zu hören. Leider war bei „Somewhere Else“, dem letzten Marillion-Album, dieser Aufwand für die Tonne, aber das passiert nun mal.
Ich bin seit 1982 Marillion Fan…. 26 Jahre, in denen sich die Band konsequent neu erfunden hat, sich einen Scheißdreck feuchten Kehricht um Trends und Chats schert. „Happiness is the Road“ ist Album Nummer 15, mal wieder für die Vorbesteller in einer very limited Edition in zwei separaten Hardbooks in einem Hardcase erschienen.
Und nun sitze ich hier, eine Flasche 2007er Bellingham Merlot neben mir, meine Bose Quiet Comfort II auf den Ohren (ich kenne keinen Kopfhörer, der seinen Namen so genau gewählt hat! Danke dafür an Christian, der mich beim letzten Summit in Seattle fast mit körperlicher Gewalt dazu gezwungen hat, sie zu kaufen!) und beide CDs sind durchgelaufen.
Mögt Ihr Chart-Gedüdel, Buffta-Buffta und coole Klingeltöne? Sorry for wasting your time, dann war das Lesen dieses Blogeintrags verschwendete Zeit…
„Essence“, die erste CD, ist eine Mischung aus Brave, den experimentelleren Sachen von Talk Talk und einem Schuss Porcupine Tree. „Meditativ“, wie Freund Kay sagt, ruhig und komplex würde ich sagen. Anspieltipp: Der Titeltrack „Happiness is the Road“.
„The Hard Shoulder“ als CD2 ist noch ein Stück weniger zugänglich, stellt eine Mischung aus den Stilen der letzten Alben dar, auch hier wieder Brave-Einflüsse plus ein Stück Marbles. Anspieltipp: Real Tears for Sale, The Man from the Planet Marzipan (alleine für diesen Tracknamen Respekt!!!).
In Summe bin ich fasziniert, wie eine Band es schafft, so komplett gegen den Mainstream zu schwimmen und freue mich auf ein Doppelalbum, das lange nicht langweilig werden wird. Und ich freue mich auf den 24.11.2008 in Utrecht, wenn ich das Ganze live sehe….
Ach ja… Buch von This Hard Shoulder, Seite 27, Ende der viertletzten Zeile… da steht mein Name als einer derjenigen, die das Album finanziert haben…
Verfasst von worldofppc
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