Kreuzfahrten sind zum Ko..en

April 3, 2008

… zumindest, wenn man sie diese Ostern und auf dem Mittelmeer macht.

Aber von Anfang an: Der Kollege Samaschke bemängelt in seiner gewohnt weinerlichen Art, dass ich es wage, mich im Mittelmeer (oder besser darauf) herumzutreiben, während er in Berlin dem Schnee trotzt.  :-D Schnee? Berlin? Meint er die angehäuften drei Flockenkrümel, die man maximal aus Mitleid so nennen kann? Unsereins macht sich auf dem Weg zum Mittelmeer erst einmal Richtung Passau auf. Da liegt Schnee! Und auf dem Weg nach Savona, der schnurstracks über den Brenner führt, erst!

1:0 für mich für die Schneemenge!

Wenden wir uns vom männlich-typischen “Wer hat den längeren?” ab und dem Eingangsthema zu: Wenn einer eine Reise tut und dann noch Erle heisst, dann dreht das Rad der Fortuna eigentlich immer eine Umdrehung mehr. Mein Weib, dem Vista-Wahn anheimgefallen, hatte zwei Wochen vorher die Minianwendungen entdeckt und sich jeden Hafen der Kreuzfahrt (Savona, Neapel, Palermo, Tunis, Mallorca, Barcelona und Marseille) als Wetter auf ihre Anwendungs-Leiste gelegt. Musste ich konsequent drüber lästern, konnte aber nicht verhindern, immer mal wieder draufzuschauen. Und bis drei Tage vor dem Start sah das alles so aus, dass die Koffer grösstenteils mit sommerlichen Sachen gefüllt waren. Kaum aber waren die Koffer (samt Frau) schonmal die halbe Strecke vorgefahren (zu meinen Schwiegereltern nach Passau), da purzelten plötzlich die Temperaturen um durchschnittliche 8 Grad.

Man könnte jetzt sagen, dass ich ob meines Strohwitwer-Daseins ja nun genug Sonne im Herzen hatte, die Wahrscheinlichkeit von Strafmassnahmen allerdings ist mir für eine Bestätigung zu hoch… :-)

Nachdem wir dann aber den Weg nach Savona mit Schnee auf den Bergen, aber nicht auf der Strasse zurückgelegt hatten, und die Wettervorhersagen sich wieder entspannten, konnte ja nix mehr schiefgehen. Ist auch nicht. Bis auf die Tatsache, dass das Mittelmeer eine Magenverstimmung hatte. Schon am zweiten Abend warnte man vor rauher See (im nachhinein kamen dann die Meldungen, das in Sizilien der komplette Fährverkehr eingestellt wurde, weil die Wellen zu hoch waren).

Naja… auf dem Rückweg vom Essen konnte man sich dann auf dem Teppich anschauen, was für Menüs es noch so gab.  Hätte ich das doch vorher gewusst, die Wahl wäre mir einfacher gefallen… :-)
Aber im Ernst: das einzige echte Problem für mich war die Tatsache, dass auf der Seite liegen im Bett blöd war: entweder kippte man auf den Bauch oder auf den Rücken… :-D

2:0 für mich für die Unbillen allgemein!

Alles in allem aber: EineKreuzfahrt, die ist lustig…!


Der Fluch der modernen Technik…

März 17, 2008

Ich bin ein Technikspielkind, keine Frage. Und in meinem Umfeld (und zu dem zähle ich ich Euch anonyme Leser dieses Blogs auch) wundert das niemanden mehr. Und mehr noch: Ich spiele nicht nur mit meinen Gadgets, ich suche ihnen auch praktische Anwendungen.

Zugegeben: Das unterscheidet den ambitionierten Webseiten-Betreiber vom Feld-, Wald- und Wiesen-Kunden. Der kauft sich ein Handy zum Telefonieren. Und nicht als Spielzeug, von dem er nach Stunden feststellt, dass es auch telefonieren kann. Okay, es sei denn, er nimmt ein iPhone… :-D

Gerade geschehen mit dem Haicom HI-601VT. Das ist nämlich ein geniales kleines Stück Technik, aber auch der Alptraum eines jeden Datenschützers, oder besser: Big Brother in Reinform. Man setze es ins Auto, starte es, und kann jederzeit die aktuelle Position abfragen. Für sich alleine genommen ist das nichts neues. Wohl aber die Tatsache, dass man dafür keinen kostenpflichtigen Dienst verwenden muss, sondern es wie zu Zeiten der Akustikkoppler einfach von einem beliebigen Telefon aus anruft und dann über ein Tonsignal die Position kontinuierlich geliefert bekommt, diese mit einem kleinen Empfänger über den Hörer “auffängt”. Der Empfänger wiederum spielt Bluetooth-GPS und sendet die Postion beispielsweise an einen PDA mit einem Mobile Navigator oder TomTom Navigator. Auf dessen Display sieht man dann die jeweils aktuelle Position des Fahrzeugs.

Nun ist meine Frau gestern von Krefeld nach Passau zu ihren Eltern gefahren, und irgendwie fand ich die Idee gut,immer sehen zu können, wo sie gerade ist. Also kurz abgestimmt, dass das Ding im Auto ist, und auch die beste Ehefrau von allen (bEva) fand die Idee gut. Zumindest solange, bis folgender Dialog sich per Handy zu Autotelefon entwickelte: Den Rest des Beitrags lesen »


Navigation und die Verkümmerung des Pfadfinder-Gens

Dezember 12, 2007

Eigentlich wollte ich nicht jeden Beitrag mit „ich kann mich noch so gut erinnern“ anfangen, aber auch beim Thema Navigation ist die Historie durchaus interessant.

Anfang des Jahres 1999 ergab sich die Möglichkeit, aus dem Firmenfahrzeug eines befreundeten Geschäftsführers für den Schnäppchenpreis von DM 1000,- ein Philips CARIN-Festeinbau-Navigationssystem zu bekommen. Die Diskussionen über Sinn und Unsinn einer solchen Investition mit der Haushaltsfinanzministerin waren ähnlich zäh wie die Abstimmgespräche der großen Koalition, allerdings effektiver: die Gelegenheit wurde nicht ausgeschlagen. Punkt.

Schon damals, lange vor dem ersten Gedanken an mobile Navigationsgeräte, stellten sich schnell zwei Dinge heraus:

Derjenige, der am lautesten schreit, weil er etwas für sinnlos erachtet, nutzt es insgeheim am häufigsten (der so genannte McDonalds-Effekt). Deutlich zu erkennen an diversen Diskussionen der Art „Schatz, heute brauch ich das große Auto!“ „Warum?“ „Ich muss doch nach <setze beliebigen Ort, bevorzugt solche, die eigentlich fast zu Fuß erreichbar sind>… und da brauche ich das Navi!“.

Ebenfalls zu beobachten: die langsam, aber stetig nachlassende Fähigkeit, sich ohne ein Navigationssystem zurecht zu finden. Zwanzig mal bin ich den Weg zu einem Freund in seine neue Wohnung bereits gefahren… sollte ihn also fast im Schlaf kennen. Beim 21. Mal führt eine intensivere Diskussion mit oben erwähnter Haushaltsfinanzministerin dazu, dass das Navigationssystem bzw. sein Gebrabbel in den Hintergrund gedrängt wird. Und nach ungefähr zwei Kilometern fällt dann auf, dass hier etwas nicht stimmen kann: Diese Umgegend ist definitiv unbekannt. Den Rest des Beitrags lesen »