Diese Verlogenheit …

April 10, 2008

… widert mich an. Nein, dies ist kein politisches Blog, aber so ab und an sei mir die eine oder andere Äusserung gestattet.

Was in der vergangenen Wochen durch die Presse geht, ist unsäglich: Jeder, wirklich jeder, der sich mitteilungsbedüftig wähnt (also: jeder, wirklich, jeder) muss sich zum Thema “China, Tibet, Olympische Spiele” äussern. Da wird gemeckert und gehetzt, was das Zeug hält, die olympischen Spiele gehören boykottiert, die Staatschefs haben der Eröffnungsfeier fernzubleiben, und, und, und.

So sachlich richtig die Kritik an China aus meiner Sicht auch ist, ist es nicht jetzt ein wenig spät dafür?

  • Will man wirtschaftliche Zusammenarbeit (zum Beispiel einen Transrapid verkaufen, damit er dann kopiert wird), dann kann man China in den Arsch kriechen hofieren.
  • China tritt nicht erst seit Wochen Monaten die Menschenrechte mit Füssen, sondern seit Jahren. Ist dies ein Faktor für die Vergabe des Austragungsorts für Olympische Spiele, dann kann der Verantwortliche im IOC damals nur Amerikaner gewesen sein: Die sind in ihren historischen Kenntnissen meistens Jahrzehnte zurück.
  • Die Olympischen Spiele erst zu planen, und dann kurz vorher so in Misskredit zu bringen, ist der Gipfel der Unfairness gegenüber den Sportlern, die sich Jahre darauf vorbereiten und nichts für die Wahl des Austragungsortes, die politische Situation und das Gastgeberland können.

Den Gipfel der Dummheit habe ich gestern in einem Kommentar der Tagesschau gehört: “Kritiker werfen China Unehrlichkeit vor.” Hallo!? Wir reden von einem Land, das Demonstranten offen verprügelt und Dissidenten schon mal prophylaktisch medienwirksam in Haft nimmt, wie viel ehrlichen kann man denn noch sein?!


Kreuzfahrten sind zum Ko..en

April 3, 2008

… zumindest, wenn man sie diese Ostern und auf dem Mittelmeer macht.

Aber von Anfang an: Der Kollege Samaschke bemängelt in seiner gewohnt weinerlichen Art, dass ich es wage, mich im Mittelmeer (oder besser darauf) herumzutreiben, während er in Berlin dem Schnee trotzt.  :-D Schnee? Berlin? Meint er die angehäuften drei Flockenkrümel, die man maximal aus Mitleid so nennen kann? Unsereins macht sich auf dem Weg zum Mittelmeer erst einmal Richtung Passau auf. Da liegt Schnee! Und auf dem Weg nach Savona, der schnurstracks über den Brenner führt, erst!

1:0 für mich für die Schneemenge!

Wenden wir uns vom männlich-typischen “Wer hat den längeren?” ab und dem Eingangsthema zu: Wenn einer eine Reise tut und dann noch Erle heisst, dann dreht das Rad der Fortuna eigentlich immer eine Umdrehung mehr. Mein Weib, dem Vista-Wahn anheimgefallen, hatte zwei Wochen vorher die Minianwendungen entdeckt und sich jeden Hafen der Kreuzfahrt (Savona, Neapel, Palermo, Tunis, Mallorca, Barcelona und Marseille) als Wetter auf ihre Anwendungs-Leiste gelegt. Musste ich konsequent drüber lästern, konnte aber nicht verhindern, immer mal wieder draufzuschauen. Und bis drei Tage vor dem Start sah das alles so aus, dass die Koffer grösstenteils mit sommerlichen Sachen gefüllt waren. Kaum aber waren die Koffer (samt Frau) schonmal die halbe Strecke vorgefahren (zu meinen Schwiegereltern nach Passau), da purzelten plötzlich die Temperaturen um durchschnittliche 8 Grad.

Man könnte jetzt sagen, dass ich ob meines Strohwitwer-Daseins ja nun genug Sonne im Herzen hatte, die Wahrscheinlichkeit von Strafmassnahmen allerdings ist mir für eine Bestätigung zu hoch… :-)

Nachdem wir dann aber den Weg nach Savona mit Schnee auf den Bergen, aber nicht auf der Strasse zurückgelegt hatten, und die Wettervorhersagen sich wieder entspannten, konnte ja nix mehr schiefgehen. Ist auch nicht. Bis auf die Tatsache, dass das Mittelmeer eine Magenverstimmung hatte. Schon am zweiten Abend warnte man vor rauher See (im nachhinein kamen dann die Meldungen, das in Sizilien der komplette Fährverkehr eingestellt wurde, weil die Wellen zu hoch waren).

Naja… auf dem Rückweg vom Essen konnte man sich dann auf dem Teppich anschauen, was für Menüs es noch so gab.  Hätte ich das doch vorher gewusst, die Wahl wäre mir einfacher gefallen… :-)
Aber im Ernst: das einzige echte Problem für mich war die Tatsache, dass auf der Seite liegen im Bett blöd war: entweder kippte man auf den Bauch oder auf den Rücken… :-D

2:0 für mich für die Unbillen allgemein!

Alles in allem aber: EineKreuzfahrt, die ist lustig…!


So ein verf$”§”es Wochenende… :-(

März 9, 2008

Sorry… ich bin ungerne fäkal. Aber was anderes fällt mir echt dazu nicht mehr ein!

Wie der eine oder andere mittlerweile weiss, mache ich ab und an mal aktiv Musik. Ein reines “Studioprojekt” zwar, aber der perfekte Ausgleich für den täglichen Stress und ein wunderbares Ventil für Frust, Emotionen und Kreativität. Leider allerdings sitzt mein “Partner in Crime” in Vechta bei Bremen, und damit liegen 250 Kilometer, die unterschiedlichsten Termine und andere Faktoren zwischen uns. Um so größer ist die Vorfreude, wenn ein Wochenende geplant, fixiert und abgestimmt ist. Meistens klappt alles prima… aber dieses Mal war nicht nur der Wurm, sondern ein ganzer Eimer drin!

Los ging es damit, dass ich am Freitag endlich die Gold-Edition von Avantasias Metal Opera Part I&II bekommen hatte… genau passend für die Fahrt über die stauträchtige A1. Einer der Meilensteine der Kollaborationen von Genregrößen des deutschen Heavy Metal, Hard- und Fantasyrock und einigen europäischen Gästen (Tobias Sammet, Michael Kiske, Kai Hansen, David DeFeis, Andre Matos, Bob Catley, Oliver Hartmann, Sharon Den Adel.

Fehlt eigentlich nur noch die Shouterhure Mietgröhle Honorarröhre err… Jorn Lande halt. Dafür ist der bei der aktuellen Avantasia “Scarecrow” dabei. Und ganz ehrlich: Für mich ist er einer der besten Shouter dieser Zeit… nur so omnipräsent, dass es schon ermüdend ist. Da ist es ja kein Wunder, dass seine Homepage ein halbes Jahr zurück ist… -)

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Wolfsheim - Kein Zurück …?

Februar 29, 2008

Ja… vollkommen Off Topic. Macht aber nix:

Wer sich wundert, warum es um eine der absoluten Ausnahmebands in Deutschland (jenseits des Mainstreams, versteht sich) seit Jahren totenstill ist, der sollte sich diese anwaltliche Pressemitteilung durchlesen.

Muss das sein? Nach dem auch kommerziellen Erfolg des letzten Albums “Casting Shadows” und der Hitsingle “Kein Zurück” will Peter Heppner, die Stimme von Wolfsheim, eine Soloplatte machen und wird deshalb “aus der Gesellschaft Wolfsheim” ausgeschlossen. Kann man nur mit Heppners eigenen Worten kommentieren:

“Everyone who casts a shadow seems to stand in the sun….”


Ayreon - 01011001 (Y)

Januar 29, 2008

Es ist immer eine spannende Situation, wenn man sich auf ein neues Album eines Künstlers freut. Vor allem, wenn man ein wenig anspruchsvoller ist und nicht den fünften Aufguss eines schon 1987 nicht überzeugenden Stückes hören mag.

Ich bin neben diversen anderen Stilrichtungen ein Fan des Progressive Rock. Komplex müssen die Stücke sein, durchdacht, handwerklich filigran gespielt, und ein wenig hämmern darfs auch ruhig. :-D

Seit Jahren die perfekte Mischung dieser Wünsche: Ayreon, Arjen Lucassens “Dauerprojekt”. Der Gute schafft es immer wieder, die Creme de la Creme der Metal-Szene um sich zu scharen und Alben auf den Markt zu bringen, die mich sprachlos werden lassen (wie Ihr seht, tippen kann ich noch :-D ).

01011001, das neue Album, das am Freitag vergangener Woche auf den Markt gekommen ist, ist da keine Ausnahme. Die Geschichte des Konzeptes dreht sich um die Bewohner des Y (Binärcode 01011001) und der Erde, um Umweltverschmutzung, Sehnsucht, Auswanderungswillen, Existenzangst … Das ist aber eher nebensächlich. Die Besetzung ist das Spannende, unter anderem:

Bob Catley (Magnum)
Jorn Lande (Jorn, Ex-Masterplan)
Jonas P. Renkse (Katatonia)
Daniel Gildenlöw (Pain of Salvation)
Steve Lee (Gotthard)
Tom Eglund (Evergrey)
Hansi Kürsch (Blind Guardian)
Anneke van Giersbergen (Ex-Gathering)
Floor Jansen (After Forever)
Simone Simons (Epica)

Die alle in einem musikalisch hochkomplexen Stück Musik, das mir wie eine Mischung von “War of the Worlds” und  Magnums “On a Storyteller´s Night” vorkommt. Reinhören absolut empfohlen!!!


Clutching at Stars

November 22, 2007

Vor fast zwanzig Jahren, am 24.11.1987, mein erstes Konzert: Marillion auf der Clutching at Straws-Tour in der Halle Münsterland in Münster.

Gestern, am 21.11.2007, die Neuauflage: Fish auf der Clutching at Stars-Tour in der KuFa in Krefeld.

Und um es mit Fish (dem Szenefremden sei es als Hinweis mitgegeben: damaliger Sänger von Marillion) zu sagen: Der Abend war “So Fellini”!  Wie aus Zauberhand waren vollkommen unabgesprochen all die Wegbegleiter aus der Prog-Zeit da: Silvia, Fritz und Kai, das Woste, der Jürgen… und wir alle standen gebannt vor einem ebenfalls zwanzig Jahre älteren Fish, in einer Menge voll angegrauter Alt-Progger, die jede Zeile von CaS frenetisch mitsangen… wenn ich daran denke, bekomme ich immer noch Gänsehaut.

Wer auf gute, handgemachte, intelligente Musik steht (und natürlich ist auch das neue Album 13th Star im Gepäck und nimmt einen guten Teil des Sets ein), der sollte sich dringend einen der noch ausstehenden Termine vormerken!

Um den obligatorischen Windows Mobile-Content unterzubringen: Ich habe mit meinem XDA Star bilder geschossen… :-D